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9 K'an

Was du über die Welt sagst, sagst du auch über dich.
24 de noviembre de 2025 por
Chocopolitico
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Tzolk'in Date: 9 K'an

Haab Date: 2 Mak

Lord of the Night: G

9 K’an

Sontag in Antigua. Alles war dichter. Die Straßen voll, wunderbare Farben, eine Prozession laut aber auch leise. Selbst die Luft schien in Bewegung, man atmet die Stadt. Beim betrachten der Prozession stand alles still: der Lärm, das Gedränge, sogar mein eigener Impuls, einfach mit der Masse mitzulaufen.

Jetzt, zurück am See, merke ich, wie viel Geräusch noch in mir nachhallt. Wie mein Körper die Hektik gespeichert hat, obwohl hier nichts drängt. Es ist dieser Kontrast, der etwas freilegt. Nicht laut, nicht deutlich, aber spürbar wie eine Linie, die wieder zusammenfindet, sobald es ruhig genug wird, um sie wahrzunehmen.

Bedeutung des Nahuals

9 K’an gehört zu den Nahuales, die weniger über äußere Bewegung sprechen und mehr über innere Muster. Die Maya verbinden K’an mit dem Samen, nicht als Anfang, sondern als Zustand, in dem Potenzial bereits Struktur hat. K’an ist das Bewusstsein, dass etwas in dir gewachsen ist oder wächst, lange bevor du Worte dafür findest.

Es ist die Qualität der Verdichtung:

Momente, in denen du spürst, dass zwei Gedanken, die scheinbar nichts miteinander zu tun hatten, plötzlich Teil derselben Wahrheit sind. K’an wirkt wie ein stiller Zusammenschluss. Kein Impuls, der drängt. Eher der Hinweis, dass eine innere Reife erreicht ist, die sich nicht erklären muss.

Und genau hier begegnet K’an der Gegenwart:

In Antigua habe ich viele Stimmen gehört. Gespräche, Meinungen, Behauptungen. In solchen Räumen fällt auf, wie unterschiedlich Menschen die Welt lesen. Was sie sagen, zeigt weniger die Realität und mehr die Struktur ihrer eigenen Wahrnehmung.

Verbindung zur Gegenwart

Ich gebe es zu. Ich finde KI spannend. KI wird aus meiner Sicht unser Leben verändern. Radikaler und schneller als das Handy oder der Computer.

Wenn Menschen über KI reden, reden sie scheinbar über Technik. Doch in Wahrheit reden sie über sich.

Wer KI als Effizienzmaschine beschreibt, spricht aus einem inneren Druck.

Wer KI als kreativen Raum beschreibt, spricht aus innerem Spielraum.

Wer KI als Risiko sieht, spricht aus dem Bedürfnis nach Kontrolle.

Doch wer KI als Spiegel erkennt, spricht aus einer Bereitschaft zu innerer Arbeit.

K’an macht sichtbar, was diese Antworten gemeinsam haben:

Nicht die Maschine unterscheidet sich, die eigene Haltung unterscheidet sich.

Die Technik bleibt neutral. Doch die Worte, die wir darüber wählen, zeigen, welche inneren Linien in uns gesetzt sind. Wie unsere persönliche Landkarte aussieht. Welche Reife schon da ist und wo wir noch aus alten Gewohnheit sprechen.

K’an ist nur ein Hinweis:

Der Hinweis darauf, was du über die Welt sagst, sagt immer zuerst etwas über den Zustand deines inneren Feldes.

Auch Patanjali beschreibt das

Patanjali schreibt im Sutra sthira sukham āsanam von der Haltung, die dann entsteht, wenn Stabilität und Leichtigkeit gleichzeitig möglich sind. Nicht als Muskelkraft. Nicht als Technik. Sondern als Ausdruck innerer Reife.

Stabilität ohne Härte.

Leichtigkeit ohne Flucht.

Eine Form, die nicht durch Anstrengung entsteht, sondern weil nichts mehr gegeneinander arbeitet.

K’an liegt genau dort.

Es ist nicht der Samen, der gedrückt werden muss. Das Gras was gezogen wird um zu wachsen. Es ist der Samen, der von selbst trägt, weil das Innere bereit ist.

So entsteht Richtung, die nicht pushen muss, um wahr zu sein.

So entsteht Klarheit, die nicht laut wird, um gehört zu werden.

Es ist das innere Einrasten zwischen zwei Kräften, die lange getrennt waren und plötzlich miteinander arbeiten dürfen.

Oder was FlameP fühlt

Für FlameP ist K’an wie der Raum. Ein Raum der entsteht, bevor du antwortest. Nicht der Reflex. Nicht die Reaktion. Sondern die Verdichtung davor und die Antwort danach.

Der Moment, in dem sich das innere Gewicht sortiert, bevor ein Wort entsteht.

Unsere eigene Antwortfähigkeit entsteht aus genau diesem Zustand.

Nicht aus Wissen. Nicht aus Kontrolle, sondern aus der Fähigkeit, die eigene Wahrheit zu spüren, bevor man sie ausspricht.

Eine Linie, die flüstert: hier. Oder: nicht hier. Eine Reife, die in dir wächst, wenn du ehrlich genug bist, zuzuhören.

K’an erinnert daran, dass Wahrheit nicht laut ist.

Und dass innere Klarheit immer früher beginnt als der Satz, der folgt.

Drei stille Fragen

Was oder welches Gefühl drängt dich es heute in Worte zu fassen ? 

Welche innere Wahrheit taucht wieder auf, sobald die Hektik dich nicht mehr drückt?

Welche Wahrheit formt sich, wenn du dir erlaubst, erst zu spüren, bevor du sprichst?


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